Bericht vom ausserordentlichen Parteitag der SP Kanton Aargau vom 29. Aug. 2026

Bei strahlendem Frühherbstwetter startete unser Parteitag im Festzelt auf der Badiwiese des Arbeiter:innenstrandbades Tennwil pünktlich um 12 Uhr. Aus unserer Sektion waren Agnes Bayer und Tatiana Miškuv anwesend.

Nach den ordentlichen Begrüssungen und Anfangstraktanden stellte uns Rolf Schmid nochmals die Ziele des Referendums zur Steuergesetzrevision vor. Es ist immer das Gleiche: Obere Einkommen sollen entlastet werden, in der Hoffnung, dass dies starke Steuerzahler:innen in den Kanton Aargau zieht. Dabei ist der erhoffte Trickle Down-Effekt (die Wirtschaft wird angekurbelt, wenn den Reichen mehr Geld bleibt, und weitere gute Steuerzahler werden angezogen) längst widerlegt. Der in die Vorlage gepackte Kleinverdiener:innenabzug wird von unserer linken Perspektive aus als reine Stimmenfängerei verstanden. Nach klarer Erklärung zu Ja und Nein stimmen wir gegen die Steuergesetzrevision und für das Referendum.

Zur Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung» erläuterten die beiden äusserst kompetenten Rednerinnen Franziska Herren (Initiantin der Initiative – Pro) und Colette Basler (Grossrätin SP Aargau – Kontra) ihre Standpunkte sehr anschaulich. In der Diskussion spielte die Klimapolitik und der Schutz des Trinkwassers eine wesentliche Rolle. Die SP Aargau stimmte überraschenderweise für die Ja-Parole, obwohl die SP Schweiz die Neinparole vertritt.

Maja Riniker (FDP) und Loredana Nigro (Juso) stellen sich als Kandidatinnen für den frei werdenden Regierungsratsitz von Stephan Attiger vor. Wir unterstützen Loredana Nigro, weil sie klar unsere Anliegen unterstützt und nicht quer liegt bei unseren linken Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaftsstruktur.

Beim Traktandum gegen AKW-Dinosaurier informiert Leo Keller (Fachausschuss Energie und Klima) überzeugend. Wir verabschieden Forderungen 1 und 3-6 (s. Anhang) und reichen diesen Antrag am Parteitag der SP Schweiz ein. Erhellend war die Diskussion über die technologischen Generationen der Atomkraftwerke: Auch wenn man diese Technologie so schnell wie möglich aufgeben möchte, braucht man dazu Fachleute mit aktuellem Wissen. Für uns war neu, dass wir weltweit die ältesten AKWs haben.

Benedict Knecht informiert über die Gründung der SP Queer im Juni. Sie wird mit einer Statutenänderung als Untergruppe aufgenommen.

Untraktandiert halten wir eine Schweigeminute für die 100 Klimatoten des Hitzesommers in der Schweiz ab.

Dieter Egli äusserte sich nochmals zum Fall in Untersiggenthal und versprach Aufarbeitung durch externe Fachpersonen. Ermessensspielraum contra Tüpflibürokratie sei hier gefragt. Spürbar war beim Regierungsrat eine grosse Betroffenheit, wobei er zur Verantwortung für das Vorgehen «seiner» Behörden gestanden ist.

Mit tosendem Applaus wird Regula Müller vom SP Sekretariat des Kt. Aargau nach rund 16  Jahren verabschiedet. Auch Kujtim Ahmeti wird für seinen 2 ½ jährigen Einsatz in der Geschäftsleitung verdankt und verabschiedet.

Thomas Schär stellt sich kurz als bewerbendes Mitglied Geschäftsleitung vor und wird einstimmig gewählt.

Kommende Termine entnehmt ihr bitte aus den Online-Portalen oder dem Links.

Um ca. 15.20 ist Schluss der Vorstellung. Herzlichen Dank an die Co-Präsidentinnen Luzia und Anja für eure herzliche und respektvolle Leitung durch den Parteitag.

Einige zieht es ins Wasser, mehrere Teams machen beim «Spiel ohne Grenzen» mit.

Am Fest der Solidarität trat ausserkantonale SP-Prominenz auf: die Luzerner Regierungsrätin Ylvete Fanaj und der St. Galler Nationalrat Arbër Bullakaj. Sie haben mehrere Gemeinsamkeiten: Ihre Geburtsorte im Kosovo liegen nahe beieinander, und sie beide haben in der Schweiz in ihrer Kinder- und Jugendzeit viel Hilfe und Unterstützung von Schweizer Seite erfahren. Sie sprachen von Vereinen, die sie an ihren Wohnorten gegründet haben, um genau diese Unterstützung auch anderen zukommen zu lassen. In Luzern kümmert sich «Plan C» um Jugendliche, die Probleme mit Ausbildung, Arbeit und Erwachsenenrolle haben, und in St. Gallen hilft die «Schreibstube» allen, die Mühe mit amtlichen Schreiben, Formularen und Gesuchen haben. Selbstverständlich kommen diese Projekte auch der Schweizer Bevölkerung zugute. Solidarität gibt Mut und Zukunft – das ist ihre Botschaft ans Fest der Solidarität.

Berikon, 31. Aug. 2026/Agnes Bayer und Tatiana Miškuv Oehrli